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"Der Tag der Eule". Lesung in der Universitätsbibliothek

Mit einer Lesung von Kriszti Kiss, Stefan Keim und Peter Schütze aus Leonardo Sciascias (1921-1989) Roman "Der Tag der Eule" setzen die Universitätsbibliothek Hagen und der Freundeskreis Italien am 20.09. 2007 ihre gemeinsame Veranstaltungsreihe fort. Die Lesung findet im Ausstellungsraum der Universitätsbibliothek, Universitätsstr. 23, 58097 Hagen, statt. Sie beginnt um 19.00 Uhr.

Sciascias berühmter Roman beginnt mit einem Mord: Morgendämmerung liegt über einer kleinen sizilianischen Stadt. Ein dunkelgekleideter Mann rennt zum Autobus, der sich gerade in Bewegung setzt, er erreicht die Wagentür, zwei Schüsse fallen, der Mann bricht tot zusammen. Die Zeugen des Verbrechens zerstreuen sich rasch, niemand will etwas gesehen oder gehört haben. Der aus Norditalien stammende Carabinieri-Hauptmann Bellodi übernimmt die Ermittlungen. Rasch wird ihm klar, dass der Ermordete, der kleine Bauunternehmer Salvatore Colasberna, nicht einem Verbrechen aus Leidenschaft - dies ist das übliche Erklärungsschema - zum Opfer gefallen ist. Colasberna wurde zum Verhängnis, dass er nicht bereit war, der Mafia das übliche „Schutzgeld“ zu zahlen. Hauptmann Bellodi ist entschlossen, die Mauer des Schweigens zu durchbrechen und dabei die Prinzipien des Rechtsstaats zu wahren. Obwohl der wichtigste Zeuge ermordet wird, gelingt es dem Ermittler, die Drahtzieher der Verbrechen ausfindig zu machen. Bellodis Arbeit wird für mächtige Männer der Politik zu gefährlich, sie wollen ihn loswerden… Als Leonardo Sciascias Roman "Der Tag der Eule" 1961 erschien, war die Mafia noch kein Gegenstand der Literatur, von vielen wurde sogar die Existenz dieser Form des organisierten Verbrechens bestritten. Nicht nur in Italien jedoch hat sich in den letzten Jahrzehnten gezeigt, wie stark Politik, Wirtschaft und Kriminalität miteinander verwoben sind. Sciascias Text bietet also wesentlich mehr als eine spannend erzählte Geschichte und raffiniert konstruierte Dialoge. Mit den Augen Bellodis führt uns der Autor in die gewalttätige und doch auch faszinierende Wirklichkeit Siziliens. Wir verstehen am Ende Bellodis zwiespältige Gefühle: „Er fühlte sich ein wenig verwirrt. Aber ehe er zu Hause ankam, wusste er ganz deutlich, dass er Sizilien liebte und dass er dorthin zurückkehren würde."

Nachricht gültig bis 21.09.2007

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Letzte Änderung: 05.01.2014


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