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"Mascha Kaléko – Mein Heimweh hieß Savignyplatz"

Ausstellung und Lesungen zur Exildichterin Mascha Kaléko

Die Universitätsbibliothek Hagen, Universitätsstr. 23, 58097 Hagen, zeigt in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Berlin e.V. und "Frauen im Gespräch" vom 15. April 2008 bis zum 27. Mai 2008 die Ausstellung "Mascha Kaléko – Mein Heimweh hieß Savignyplatz". Sie wurde konzipiert und realisiert von der Berliner Autorin und Journalistin Jutta Rosenkranz. Die Ausstellung enthält zahlreiche Leihgaben des Deutschen Literaturarchivs Marbach am Neckar, des Archivs der Berliner Akademie der Künste und privater Leihgeber. Sie ist montags bis donnerstags von 9-19 Uhr, freitags von 9-16 Uhr und samstags von 9-13 Uhr geöffnet.
Mascha Kaléko (1907-1975) wurde Ende der zwanziger Jahre mit ihren heiter-melancholischen Großstadt-Gedichten in der Tradition von Heinrich Heine, Kurt Tucholsky und Erich Kästner bekannt. Bald schon entwickelte Mascha Kaléko ihren eigenen Stil als einzige weibliche Stimme unter den Lyrikern der Neuen Sachlichkeit. Ihre beiden erfolgreichen, im Rowohlt-Verlag erschienenen Gedichtbände "Das lyrische Stenogrammheft. Verse vom Alltag" (1933) und "Kleines Lesebuch für Große. Gereimtes und Ungereimtes" (1935) wurden von den Nationalsozialisten verboten, weil die Autorin Jüdin war.
1938 emigrierte Mascha Kaléko nach Amerika, 1959 übersiedelte sie nach Israel. In ihren Texten spiegeln sich persönliches Schicksal und zeitgeschichtlicher Hintergrund auf eindrucksvolle Weise.
Die Ausstellung zeigt Leben und Werk der Dichterin vor dem Hintergrund der drei wichtigsten Stationen ihres Lebens – Berlin, New York und Jerusalem. Dabei steht Berlin im Mittelpunkt, wo Mascha Kaléko zwanzig Jahre lang wohnte und das sie nach der Emigration wieder besuchte. Das wechselhafte Schicksal der Metropole während der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit wird in ihren Gedichten, Prosatexten und Briefen deutlich. Berlin war die einzige Stadt, in der sie sich heimisch fühlte.
In der Lesung zur Ausstellungseröffnung am 15. April 2008 (Beginn 19.00 Uhr), schlägt Kriszti Kiss einen Bogen von den frühen heiter-melancholischen Großstadt-Gedichten Mascha Kalékos bis zur bitteren poetischen Bilanz am Ende eines Lebens, das zum Spielball der weltpolitischen Ereignisse der dreißiger und vierziger Jahre wurde.
Die Lesung beginnt mit den "lyrischen Stenogrammen" aus der Welt des Acht-Stunden-Tages, Gedichten, die im Berliner Literatenmilieu des "Romanischen Cafés" um 1930 entstanden sind. Mit dem Gedichtband "Verse für Zeitgenossen" meldete sich Mascha Kaléko unmittelbar nach Kriegsende zurück. Das Gefühl des Verlorenseins in der Fremde und des Verlustes von Sprache und existenziellen Wurzeln bestimmen die Gedichte dieser Zeit. Sie bilden in der Textauswahl von Kriszti Kiss einen zweiten Schwerpunkt.
Kriszti Kiss zeichnet in ihrer Textauswahl die Stationen des Lebensweges der Dichterin nach und lässt in privaten Textdokumenten zugleich ein Panaroma des zeitgeschichtlichen Hintergrundes entstehen.
In der Finissage am 27. Mai 2008 (Beginn 19.00 Uhr) liest die Berliner Autorin und Journalistin Jutta Rosenkranz aus ihrem 2007 erschienenen Buch über die Dichterin. Diese erste umfassende Biografie enthält bisher unveröffentlichte Gedichte und Briefe sowie unbekannte Fotos von Mascha Kaléko. In der Lesung sind auch Originalaufnahmen der Dichterin zu hören.
Jutta Rosenkranz, geboren 1957 in Berlin, studierte Germanistik und Romanistik. Sie hat Gedichte, Prosa und literarische Essays veröffentlicht, zahlreiche Autorenporträts und Features für den Hörfunk geschrieben und ist Herausgeberin mehrerer Lyrikanthologien. Zuletzt veröffentlichte sie das Buch "Letzte Gedichte. Dichter der Welt nehmen Abschied vom Leben."

Einige Ausstellungsbilder

Nachricht gültig bis 28.05.2008

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Letzte Änderung: 05.01.2014


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