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Aktuelle Mitteilung

"Triest, meine Stadt, so herb und bezaubernd"

Kriszti Kiss und Peter Schütze lesen Texte von Italo Svevo, Umberto Saba und Claudio Magris:
Eine Veranstaltung der Universitätsbibliothek Hagen in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Italien am Donnerstag, 15. April 2010, ab 19:00 Uhr in der Universitätsbibliothek Hagen, Ausstellungsraum, Universitätsstraße 23, 58097 Hagen

Die Stadt Triest war lange Zeit ein Kreuzungspunkt italienischer, slowenischer, deutscher und jüdischer Kultur. Aus allen Teilen der österreichisch-ungarischen Monarchie strömten im 19. Jahrhundert Menschen in die aufblühende Hafenstadt. Diese Entwicklung war von starken Spannungen zwischen den verschiedenen Nationalitäten geprägt: Italienische Irredentisten forderten den Anschluss der österreichischen Stadt an Italien, slowenische Intellektuelle verfolgten die Idee des Panslawismus. Doch die ethnischen Grenzen waren fließend, der von allen Schichten gesprochene Triester Dialekt stellte eine Klammer zwischen den Völkern dar.

Dass Triest in den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts ein Zentrum der literarischen Moderne wurde, ist auch in der Durchdringung der Sprachen und Kulturen begründet. Bis die Werke von Italo Svevo und Umberto Saba, der beiden bekanntesten Schriftsteller aus Triest, allgemeine Anerkennung fanden, sollten aber noch viele Jahre vergehen.
Italo Svevos (1861-1928) Romane, Erzählungen und Theaterstücke weisen ihn als ironischen Analytiker der bürgerlichen Welt aus, seine brüske und nicht selten regelwidrige Sprache, war für die Leser zunächst ungewohnt und verstörend. Seine Erfolglosigkeit ließ Svevo für lange Zeit verstummen. Erst wenige Jahre vor seinem Tod fand sein Werk internationale Anerkennung.
Ebenso wie für Italo Svevo wurde die vermeintlich unpoetische Handelsstadt Triest für Umberto Saba zur Quelle der Dichtung. Saba (1883-1957) arbeitete viele Jahre in seiner Heimatstadt als Antiquar. Sein lyrisches Hauptwerk, der "Canzoniere", erschien 1921.
Sabas Dichtung teilt mit der Svevos den schmucklosen Stil, der vordergründige Effekte meidet. In einem scheinbar kunstlosen Alltagston schildert Saba immer wieder die schmerzvolle Zerrissenheit und den "spröden Charme" der Stadt.
Claudio Magris, 1939 in Triest geboren, wurde bereits in den sechziger Jahren durch die literaturwissenschaftliche Studie "Der habsburgische Mythos in der österreichischen Literatur" bekannt. In seinen seitdem entstandenen Werken, eindringlichen Mischungen aus Erzählung und Essay, hat Magris immer wieder Menschen und Schauplätze seiner engeren Heimat beschrieben und jenes "Mitteleuropa" geschildert, das seit 1989 wieder zusammenwächst.

Nachricht gültig bis 15.04.2010

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Letzte Änderung: 05.01.2014


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