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"Traumnovelle"

Kriszti Kiss und Peter Schütze lesen die Erzählung von Arthur Schnitzler – eine Veranstaltung der Universitätsbibliothek Hagen am Mittwoch, 26. Oktober 2011, 19.00 - 21.00 Uhr (Eintritt frei). Die Veranstaltung findet in der Ellipse im ehemaligen TGZ der FernUniversität statt (Universitätsstraße 11, 58097 Hagen).

Die erstmals 1925 erschienene "Traumnovelle" von Arthur Schnitzler (1862-1931) gehört bis heute zu den meistdiskutierten Werken dieses Autors der Wiener Moderne. Stanley Kubrick verfilmte die Erzählung, ihre Handlung in das New York der Gegenwart verlegend, unter dem Titel "Eyes Wide Shut" 1999 mit Nicole Kidman und Tom Cruise in den Hauptrollen.

Arthur Schnitzler hatte zum Zeitpunkt der Entstehung der "Traumnovelle" bereits ein umfangreiches, innovatives Werk vorgelegt. In Novellen wie "Sterben" und "Leutnant Gustl", Dramen wie "Liebelei", "Reigen" und "Professor Bernhardi" hatte er mit Skepsis, Illusionslosigkeit und Grazie seine Themen behandelt: Eros und Tod, Einsamkeit und Sehnsucht, nicht zuletzt auch den damals schon virulenten Antisemitismus. Seine kühne Darstellung der Erotik, die sich in vielem mit den Erkenntnissen Sigmund Freuds berührte, provozierte wiederholt Skandale, die vor allem von klerikalen und nationalistischen Kreisen angeheizt wurden.

Die "Traumnovelle" erzählt von einem jungen Ehepaar, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Wien lebt, von Fridolin, einem 34-jährigen Arzt und seiner Frau Albertine. Eines Abends geraten sie in ein von Rachegefühlen bestimmtes Gespräch über ihre nicht ausgelebten erotischen Wünsche. Fridolin wird zum Totenbett eines Patienten gerufen. Damit beginnt eine Reise durch das nächtliche Wien, eine Irrfahrt, deren Realitätsgehalt vom Autor höchst kalkuliert in der Schwebe gelassen wird. Ein ehemaliger Studienfreund führt Fridolin zu einem orgiastischen Maskenball, bei dem der Arzt als widerrechtlicher Eindringling entlarvt und schmählich verjagt wird; eine junge Frau rettet sein Leben, indem sie sich für ihn opfert. Vergeblich versucht Fridolin am folgenden Tag diese Frau ausfindig zu machen. Gedemütigt kehrt er, dessen männliches Selbstwertgefühl sich ohnehin als sehr brüchig erwiesen hat, zu Albertine zurück. Sie verzeiht ihm mit dem Satz, dass "die Wirklichkeit einer Nacht, ja dass nicht einmal die eines ganzen Menschenlebens zugleich auch seine innerste Wahrheit bedeutet."

Für Schnitzler ist ein solch harmonisches Ende untypisch. Einiges spricht jedoch dafür, dass die verstörenden (Traum)-Erlebnisse der Nacht das Ich-Bewusstsein der Figuren und ihre Beziehung zueinander unwiderruflich erschüttert haben.

Nachricht gültig bis 26.10.2011

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Letzte Änderung: 05.01.2014


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