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Aktuelle Mitteilung

"Sarrasine"

Kriszti Kiss und Peter Schütze lesen die Erzählung von Honoré de Balzac – eine Veranstaltung der Universitätsbibliothek Hagen in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft Hagen e.V. am Mittwoch, 16. Oktober 2013, 19-21 Uhr (Eintritt frei). Die Veranstaltung findet in der Ellipse im ehemaligen TGZ (Universitätsstraße 11, 58097 Hagen) statt.

Paris in einer Winternacht im frühen 19. Jahrhundert. In der prunkvollen Villa der reichen Familie de Lanty findet ein Ball statt. In träumerischer Stimmung, von Lust und zugleich Betrübnis erfüllt, betrachtet ein junger Mann das festliche Treiben.
Aus dieser Perspektive eines Ich-Erzählers beginnt Honoré de Balzac (1799-1850) seine 1830 erschienene Erzählung „Sarrasine“, die er später in den Abschnitt „Szenen aus dem Pariser Leben“ des Romanzyklus „Die Menschliche Komödie“ einfügte.
Die Tochter und der Sohn der Familie de Lanty, beide von herausragender Schönheit, erscheinen auf dem Fest, schließlich ein grotesk herausgeputzter, gespenstisch wirkender uralter Mann, den die Gastgeber rasch vor den neugierigen Augen der Anwesenden zu verstecken suchen. Wer ist dieser Mensch, der Madame de Rochefide, der jungen Begleiterin des Ich-Erzählers, tiefes Grauen einflößt? Woher stammt der unermessliche Reichtum der Familie de Lanty? Wer ist das Modell eines jungen Adonis, der auf einem Gemälde in der Villa dargestellt ist?

Diese Rätsel finden in der Binnenerzählung ihre Fortführung. Der Ich-Erzähler berichtet Madame de Rochefide am folgenden Abend vom Schicksal des Bildhauers Ernest-Jean Sarrasine, der Mitte des 18. Jahrhunderts nach Rom kam. Bei einem Opernbesuch verliebte sich Sarrasine leidenschaftlich in Zambinella, die Primadonna der Aufführung. In ihr erblickte er die Verkörperung weiblicher Schönheit, sie erschien ihm als ein perfektes Kunstwerk. Doch Zambinella entzieht sich seinem Werben. Sarrasines Verhalten erregt den Unmut ihres Gönners, des Kardinals Cicognara. Dieser gibt den Befehl, den Franzosen zu ermorden. Zuvor aber muss Sarrasine von Zambinella erfahren, wer sie wirklich ist – eine Wahrheit, die in ihm alle menschlichen Empfindungen abtötet.
Was diese Geschichte mit dem Reichtum der de Lantys und mit dem uralten Mann zu tun hat, der in ihrem Hause lebt, dies wird Madame de Rochefide und den Lesern erst am Ende deutlich.

Honoré de Balzacs Erzählung „Sarrasine“ ist ein spannender, komplexer und aktueller Text über das Verhältnis von Kunst und Leben, über erotisches Begehren und sexuelle Identität. In den letzten Jahrzehnten erschienen zahlreiche Deutungen des Werkes; am bekanntesten wurde die Untersuchung des französischen Strukturalisten Roland Barthes.

Nachricht gültig bis 16.10.2013

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Letzte Änderung: 05.01.2014


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