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„Die grauen Seelen“

Peter Schütze liest aus dem Buch von Philippe Claudel. Eine Veranstaltung der Universitätsbibliothek Hagen in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft Hagen e.V. am Dienstag, 20. Mai 2014, 19-21 Uhr (Eintritt frei). Die Veranstaltung findet im KSW-Seminargebäude, Bauteil A, EG, 1-3 statt.

Dezember 1917. Ein strenger Winter lässt das Leben in einer kleinen ostfranzösischen Stadt fast erstarren. Wenige Kilometer entfernt sterben die Soldaten in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs. Der Donner der Kanonen und die Verwundeten, die in der Stadt Aufnahme finden, erinnern deren Bewohner immer wieder an das blutige Geschehen. Doch diese haben sich, so scheint es, mit der Gewalt des Krieges abgefunden: der hochangesehene und strenge Staatsanwalt Pierre-Ange Destinat, der Bürgermeister, der Ich-Erzähler – er ist der Ortspolizist - und die meisten anderen. Schon vor geraumer Zeit aber hat der plötzliche Selbstmord der von allen geliebten jungen Lehrerin Lysia Verhareine die Menschen erschüttert. Nun bricht erneut der Schrecken in den vorgeblich intakten Alltag des Ortes ein: An einer Uferböschung wird ein zehnjähriges Mädchen erdrosselt aufgefunden. Die kleine Stadt sucht nach dem Mörder.

So beginnt die Handlung des 2003 erschienenen Romans „Die grauen Seelen“ („Les âmes grises“) von Philippe Claudel. Der 1962 in Lothringen geborene Erzähler erweist sich in diesem Werk als virtuoser Schilderer der Abgründe der „Normalität“. Philippe Claudel versteht es, kriminalistische Spannung zu erzeugen, mit unerwarteten Wendungen der Handlung zu überraschen und zugleich die Stimmungen von Liebe, Verzweiflung und Melancholie zu vermitteln.

Am Ende des Buches ist die Frage nach dem Täter in den Hintergrund getreten. Die eindeutigen Zuweisungen von „Gut“ und „Böse“ verschwimmen. „Nichts ist ganz schwarz oder ganz weiß“, lässt Philippe Claudel eine Gestalt sagen, „das Grau setzt sich durch. So ist es auch bei den Menschen und ihren Seelen. Du bist eine graue Seele, hübsch grau, wie wir alle.“

Peter Schütze liest aus der von Christiane Seiler ins Deutsche übersetzten Ausgabe des Romans, die im Rowohlt Verlag erschienen ist.

Nachricht gültig bis 20.05.2014

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Letzte Änderung: 05.01.2014


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